Mittwoch, 26. November 2014

Der Horizont schafft die Welt.



Eine Welt entsteht, indem dem erfahrenen chaotisch-Mannigfaltigen ein Horizont hinzugedacht wird. 

Eine Umwelt wird in ihrer Gänze erfahren; und es wird nichts anderes erfahren als sie.

Auch die Menschen leben in Umwelten, die sie aber nicht ererbt, sondern selber geschaffen haben. Sie sind das, was wir unsere Kulturen nennen. Die aber liegen in der Welt.

Umwelten werden erfahren, die Welt wird gedacht.

Eine Grenze wird als solche nie wahrgenommen. Von den Tieren nicht, weil sie in ihrer Umwelt keiner begegnen. Von den Menschen nicht, weil sie in ihrer offenen Welt immer nur je einzelne Schranken antreffen, die dadurch ausgezeichnet sind, dass es sie zu überschreiten gilt.

aus e. Notizbuch, im März 2010


Der Horizont selbst sieht überall gleich aus. Aber er ist ein ganz anderer, je nachdem, was vor ihm erscheint. Und das hängt vom Standpunkt des Beschauers ab, nämlich von der Perspektive. Mit andern Worten, der Horizont ist die Perspektive von hinten.




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