Montag, 22. September 2014

Frommer Schwärmer.


Bamberger Dom, Fürstenportal

Der hochste Standpunct der Transc. Phil. im System der Ideen von Gott u. der Welt. Beyde stellen absolute Einheit vor. Nur ein Gott u. Eine Welt.

Spinoza: Alle diese Ideen in Gott anschauen u. sich selbst in Gott. 

Schwärmerisch 
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Kant, Opus postumum, 1. Konvolut, S. 048


Nota.
Dass das keine Philosophie ist, sondern Schwärmerei eines Geistersehers, hat er selber noch bemerkt. Doch zum Schwärmen muss man ersteinmal aufgelegt sein, und von ihm war das eigentlich nicht zu erwarten.
JE

Sonntag, 21. September 2014

Ist Gott eine moralisch-heuristische Fiktion?


Günter Havlena, pixelio.de

Sein Begriff ist blos eine Idee zum Behuf gewisser Grundsatze.
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Kant, Opus postumum, 1. Konvolut, S. 048 


Nota.
Platz für den Glauben hat er schaffen wollen, aber dann holt ihn das kritische Gewissen doch immer wieder ein.
JE

Samstag, 20. September 2014

Der Mensch ist ein Noumenon.


 
Der Mensch mit seinem Freyheitsprincip ist selbst eine bloße Idee der reinen Vernunft der categorische Imperativ bewährt ihm seine Realität und er ist in so fern Noumenon
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Kant, Opus postumum, 1. Konvolut, S. 48f. 


Nota. 
Der Mensch, wohlbemerkt, im Unterschied zu den wirklichen Leuten.
JE




Freitag, 19. September 2014

Was heißt praktisch?


andreas stix  / pixelio.de

"Praktisch ist, was durch Freiheit möglich wird."

Wenn in philosophischem Schrifttum vom Praktischen die Rede ist, ist immer diese Kant'sche Bestimmung gemeint.

Kaum ein anderes Beispiel wäre besser geeignet, um die Irrelevanz weltfremder Hirnweberei für die praktischen Probleme des wirklichen Lebens zu offenbaren; könnte man meinen.

Wenn im wirklichen Leben einer sagt, er wolle ein Ding "ganz praktisch" angehen, dann redet er davon, wie er vorgehen will; denn das könnte er so oder so tun.

Doch bevor sich die Frage stellt, wie ich etwas tun soll, muss ich wissen, was ich tun will, sonst gibt es die Frage gar nicht. Das Wie setzt sich nämlich aus zwei Teilen zusammen: dem Stoff, den ich in Händen halte, und dem Zweck, den ich an ihm verfolge. Zwischen beiden herrscht nicht Freiheit, sondern Notwendigkeit; wenn ich dies besorgen will, muss ich es so besorgen, die Beschaffenheit des Stoffs lässt mir keine Wahl. Das ist keine praktische Aufgabe, sondern eine technische, und wenn es eine Frage überhaupt gibt, dann ist es eine an Erfahrung und Kunstfertigkeit: techné.

Es gibt Stellen, an denen die Umgangssprache vom Schuljargon der Philosophen etwas lernen kann. Ein Problem gibt es überhaupt nur da, wo meine Freiheit aufgerufen ist, und es ist immer praktisch: wo ich einen Zweck mir selber setze. Wo mir ein Zweck vorgegeben ist und der Stoff, an dem ich ihn realisieren soll, da bin ich an die Beschaffenheit des Stoffs gebunden. Das ist theoretisch zu prüfen, Freiheit tritt dort nicht auf, es ist eine technische Frage, aber kein Problem.  

Es gibt keinen Grund, warum ich auf diesem Blog, das auch von philosophischen Laien besucht wird, mich künstlich populär ausdrücken sollte: Diese Wortwahl wäre es, die irreführte, nicht die schulmäßige.






Donnerstag, 18. September 2014

Freiheit ist Wirkung ohne Ursache.



Zweitens Freiheit als Wirkung ohne Ursache.
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Immanuel Kant, Opus Postumum, Erstes Konvolut, S. 032 




Mittwoch, 17. September 2014

Vernunft, dogmatisch oder kritisch.


Osmar Schindler

"Ich meine, vernünftig zu denken, wenn ein Anderer, dem ich vor-denke, gar nicht anders kann, als mir nach-zu-denken und mir beizustimmen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, ich lasse es drauf ankommen; das wäre die pragmatische, die 'findende', die problematische Version. Oder ich nehme eine prä-etablierte Übereinstimmung an, die eine andere Möglichkeit gar nicht offen lässt und einen wirklichen Andern gar nicht braucht; das ist die dogmatische Version..."

Fichte hat zwischen der pragmatisch-problematischen Auffassung, wonach die Vernunft sich aktual ergibt im wirklichen Verkehr vernunftbegabter Menschen - und insofern im besten Fall als proiectum aufzufassen ist -, und der dogmatischen Auffassung eines apriorischen Programms, das sich mittels vernünftig wirkender Individuen selbst verwirklicht, lange geschwankt; wobei in den früheren, sürmischen Jahren die Neigung zur aktualistisch-problematischen Version zu überwiegen scheint. Es war erst Jacobis Eingreifen in den Atheismusstreit, das ihn bewogen hat, sich schließlich für die dogmatische Variante zu entscheiden.

Von einer an sich seienden Vernunft vor der Zeit und vor ihrem "Erscheinen" in der Endlichkeit kann man nichts weiter wissen, nicht, wo sie herkommt, noch, worauf sie hinauswill. Da kann man nur glauben. An eine problematische Verunft, die auch scheitern mag, kann man nicht glauben, sondern man müsste sich ihrer jeden Tag neu vergewissern: Man muss wissen. Nämlich wo sie herkommt und worauf sie hinausläuft.

Her kommt sie aus der Fähigkeit der Menschen, wertend zu urteilen; das ist ihr ästhetisches Vermögen. Hinaus läuft sie auf eine ewig prozessierende Verständigung der Menschen über ihre gemeinsamen, nämlich öffentlichen Angelegenheiten; überall da, bis wohin die Notwendigkeiten reichen und ab wo frei gewählt werden kann: Von da an kann man fröhlich streiten.


19. 5. 2014 






Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE    

Dienstag, 16. September 2014

Die Welt ist der Inbegriff von allem, was in Raum und Zeit ist.


monospot.de

Der Begriff der Welt ist der Inbegriff des Daseins alles, was ist im Raum und der Zeit, in so fern von ihm ein empirisches Erkenntnis möglich ist. Darunter auch die menschlichen Handlungen agere, facere, operari.
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Immanuel Kant, Opus postumum, I. Convolut, Seite 36.
Rechtschreibung angeglichen