Freitag, 3. Juni 2016

Das Symbol ist ein Bild...


Ruth Rudolph, pixelio.de
aus Rohentwurf, 14

Das Symbol ist ein Bild, aber kein Abbild. Das Abbild zeigt "das, was" es abbildet. Das Symbol "zeigt" etwas Anderes als "es selbst": das, was es bedeutet; nämlich das, worauf es (wem?!), unabhängig von seinen zufälligen Formvarianten, "eigentlich ankommt" (z. B.: wozu man es verwenden kann). Ließe die "Bedeutung" sich abbilden, bräuchte man sie nicht zu symbolisieren. 
 

Durch das Symbol wird die übersinnliche Bedeutung dem Ding angeheftet. Durch dessen regelmäßigen Gebrauch im Sprachspiel wird die Zusammengehörigkeit von Ding-Symbol-Bedeutung gewohnheitsmäßig verfestigt; wird der prozessierende Verweisungszusammenhang mit den andern symbolisch-bedeutsamen Dingen bewährt. Schließlich gewinnen, qua Symbolisierung, die Bedeutungen der Dinge "Wirklichkeit" vor den Dingen selbst - und die Welt als Inbegriff der Bedeutungen gewinnt Realität vor der dinglichen Welt; was Kant dann den "dialektischen Schein" nennt...






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